Der Baubetrieb

                 Der Baubetrieb

Bereits im Januar 1952 wird der Roßweiner Baumeister Paul Wende mit dem Vorhaben in Verbindung gebracht. Er ist es auch, der erste Möglichkeiten zum Erwerb der ursprünglich geplanten Baracke in Schwarzenberg, offensichtlich bei der Wismut, untersucht. Nachdem dieser Plan verworfen wurde, unterbreitet er einen ersten Kostenanschlag in Höhe von ca. 10 000,- Mark für ein massives Bauwerk. Das im Juli 1952 vorliegende Leistungsverzeichnis für ein schlüsselfertiges Gebäude weist dagegen bereits einen Preis in Höhe von 17.999, 78 Mark aus. Schließlich wird nach mehrfachen weiteren Verhandlungen der Auftrag an die genannte Firma erteilt.
Die Materialsituation
Die Baugenehmigung wird durch den Rat des Kreises mit dem Vermerk erteilt, dass „ ...die Kirchgemeinde alles selbst versorgt.“
Nun setzt die Jagd nach dem nötigen Baumaterial ein. Die in Böhrigen ansässige Firma Erich Krause liefert 800 Stück Schlackensteine aus eigener Produktion, aus dem Berbersdorfer Steinbruch kommen die Bruchsteine für das Sockelmauerwerk. Damit steht dem Baubeginn zunächst nichts mehr im Wege. Viel größere Sorgen bereitet die Beschaffung des erforderlichen Holzes.
Zunächst erklären sich die Berbersdorfer Gutsbesitzer Herbert Pärsch, Arndt Hamann, Max Hädicke, Walter Hädicke, Kurt Hennig, Max Miersch, Günther Wagner und Martin Wolf bereit, insgesamt 102 qm Bretter teils als Spende, teils käuflich, zur Verfügung zu stellen. Da das noch nicht reicht, wird weiter gesucht.
Durch den Baupfleger der Landeskirche, Herrn Baumeister Lamm, wird im Juni 1952 mitgeteilt, dass eine baufällige Scheune der Kirchgemeinde Mockritz bei Döbeln zum Abriss bereitsteht. Herr Architekt Gerlach schätzt ein, dass mit dem dabei gewonnenen Holz der Bedarf im Wesentlichen abgedeckt werden könnte. Also setzt sich Pfarrer Wilhelm Luthardt mit Mockritz in Verbindung. Man wird sich schnell einig und bereits einen Monat später kommt ein Vertrag zwischen beiden Kirchgemeinden zustande. Er besagt, dass Pappendorf sämtliche mit dem Abriss in Verbindung stehenden Arbeiten auf eigene Rechnung auszuführen hat. Dazu kommt die Herstellung einer Überdachung des unter der Scheune befindlichen Kellers, da dieser von den Bewohnern des Pfarrgrundstücks auch künftig genutzt werden soll. Die Kosten werden vom Architekten auf ca. 1.000,- Mark geschätzt.
Leider fallen weitere Arbeiten zur Sicherung des Bauwerkes an, und obwohl ein Ziegelstein lediglich 5,2 Pfennige und eine Arbeitsstunde eines Zimmermannes nur 97 Pfennige kosten, entstehen Kosten in Höhe von 2.097, 29 Mark. Leider ist aber das Dach über dem Keller noch nicht gedeckt, da die abgetragenen Schiefer nach Einschätzung von Dachdeckermeister Otto Köhler aus Mobendorf nicht mehr verwendbar sind. Nun kommt es zu einem kleinen Rechtsstreit zwischen beiden Gemeinden, da Pappendorf der Meinung ist, bereits genug geleistet zu haben, Mockritz andererseits aber auf Abschluss der Arbeiten auf Pappendorfer Kosten beharrt. Im April 1954 wird der Streit offensichtlich beendet, da Pappendorf kategorisch weitere Zahlungen ablehnt und Mockritz sich schließlich damit abfindet.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch Sägewerksbesitzer Werner Wetzig hilft, wo es nur irgend möglich ist.
Der Einsatz von Holz aus dem Pfarrwald wird vom zuständigen Förster mit dem Hinweis abgelehnt, dass „...nach einer Ministerialverordnung kein Holz mehr für die Kirche aus dem Pfarrwald geliefert werden darf.“
Beim Transport der Baustoffe - Ziegel, Sand, Bruchsteine -unterstützen die MTS Hainichen und der Fuhrunternehmer Gerhard Friebel aus Schlegel das Bauvorhaben, obwohl Kraftstoff bewirtschaftet und HO – Diesel ( d. h. „ markenfrei“ zu hohen Preisen ) recht teuer ist.
Das Vorhaben wächst sehr zur Freude der Berbersdorfer Gemeindeglieder und im Oktober 1954 wird Richtfest gefeiert. Richtfest.
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